Was ist Hypnose?

Diesen Begriff eindeutig zu definieren ist nicht ganz einfach. Allgemein wird damit ein veränderter Bewusstseinszustand, auch „Trance“ genannt, beschrieben, bei dem die Wahrnehmung der Person selektiv auf bestimmte Ausschnitte des Erlebens gerichtet ist. Man unterscheidet ganz unterschiedliche Arten von Trancezuständen, die alle Hypnose genannt werden. In Psychotherapie und Beratung wird mit mehreren dieser unterschiedlichen hypnotischen Zustände gearbeitet, je nachdem, um was es geht. Zum Beispiel unterscheiden wir die Entspannungshypnose von der Sporthypnose, die zur Erzielung maximaler sportlicher Leistung beiträgt. 

Bei der Bühnenhypnose geht es – ganz anders als in Beratung und Therapie – ausschließlich um Unterhaltung und Faszination des Publikums, nicht jedoch um das Wohlergehen der hypnotisierten Person. Also kommt diese in der Beratung und Therapie NICHT vor. Sicherheitshalber sei hierauf hingewiesen, denn erfahrungsgemäß verbinden manche Menschen den Begriff Hypnose mit einer solchen Vorstellung und sind daher skeptisch, wenn von Hypnose die Rede ist.

Hypnose bedeutet im Zusammenhang mit Therapie und Beratung, dass der Hypnotherapeut den Klienten in einen Trancezustand geleitet, der ausschließlich den Anliegen des Klienten dient.  Im Trancezustand gelten andere Regeln für das Denken und Wahrnehmen als im sogenannten Alltagsbewusstsein. Die Fähigkeit, eine Trance zu erleben, ist uns Menschen angeboren, ein völlig natürlicher Zustand also, den die meisten Menschen längst kennen, auch wenn ihnen dieses nicht immer bewusst ist. In der Hypnosetherapie wird die Fähigkeit, in Trance zu gehen, gezielt gefördert und trainiert. Trance öffnet die Wahrnehmung für innere Bilder, für Gefühle und für komplexe Zusammenhänge. Die „Sprache“ von Körper und Seele wird „hörbar“. Die gewohnten Einschränkungen des Alltagsbewusstseins verlieren an Einfluss. Eine neue Gesamtschau der Dinge gelingt leichter. Unerwartete, oft überraschende neue Sichtweisen tun sich auf.

Jetzt hilft nur noch Hypnose! Die Erfahrung zeigt, dass „Hypnose“ mitunter als ein Wundermittel  angesehen wird, mit dem – schnipps – die Dinge geändert werden können. Noch dazu besteht manchmal das Missverständnis, es handele sich dabei für den Klienten um einen „passiven Vorgang“, bei dem die Hypnose „über einen komme, und danach sei alles gut“. Es ist schon richtig, dass Hypnose ein sehr effektives Mittel sein kann, um Veränderungen einzuleiten. Zauberei ist Hypnose NICHT. Beispielsweise gibt es die Anfrage nach Hypnose in Zusammenhang mit Problemen wegen des Körpergewichtes. Das ist ja auch ein klassisches Anwendungsgebiet für Hypnose. Hierbei ist es wichtig zu bedenken, dass bei den meisten Menschen mit Gewichtsproblemen diese Situation seit langem besteht und auch durchaus so etwas ist wie eine „eingerichtete Situation“. In aller Regel ist es nicht damit getan, in Hypnose ein paar Suggestionen zum Essverhalten anzubringen. Meistens stecken viele tief liegende „gute“ Gründe hinter den Denk – und Verhaltensmustern im System des Klienten, die das unpassende Gewicht erzeugt haben und aufrecht erhalten. Es geht also bei einem Anliegen wie: „Ich möchte abnehmen“ im Kern eher darum, alternative  Möglichkeiten zur Erfüllung der tiefen Sehnsüchte des Betreffenden zu finden. Das braucht Zeit und Energie.

In der Hypnotherapie ist der Klient aktiver Teilnehmer. Durch seine Konzentrationsfähigkeit, Phantasie und Kreativität trägt er wesentlich zum Erfolg der Arbeit bei. Das Unwillkürliche des Klienten „kontrolliert“ die Trance. So sei hier betont, dass es keinesfalls ein Zeichen von Willensschwäche ist, wenn man sich leicht hypnotisieren lässt. Eher ist es ein Zeichen für das Maß des Kooperationswillens. Auch Menschen, die ängstlich sind, oder die ein besonders starkes Kontrollbedürfnis haben, können in Trance gehen. Der Hypnotherapeut kennt viele Möglichkeiten zur Einleitung einer Trance. 

Wer sich für eine Hypnosebehandlung entscheidet, sollte die Bereitschaft mitbringen, sich auf eine neue Erfahrung einzulassen. Die idealen Voraussetzungen sind Offenheit, Neugier, Motivation und ein gewisses Durchhaltevermögen. 

Hypnose ist Vertrauenssache. Ähnlich wie beim Fliegen ist es so: Je mehr Starts und Landungen Sie bereits mit einem guten, erfahrenen Piloten erlebt haben, desto gelassener werden Sie den nächsten Flug antreten, desto mehr können Sie die Reise genießen. Wenn Vertrauen in die Zusammenarbeit zwischen Klient und Hypnotherapeut besteht, ist Hypnose  bei den meisten Menschen möglich, vorausgesetzt, auch das Unbewusste des Klienten stimmt dem zu.

Training und Nachhaltigkeit. Selbsthypnose erlernen.  Ein Anliegen von Hypnotherapie ist es unter anderem, den Klienten darin zu trainieren und ihn dazu zu befähigen, die Sprache des eigenen Unwillkürlichen besser verstehen zu lernen und die Entwicklung von selbstorganisierten, der Erkenntnis und der Heilung dienenden Trancezuständen entwickeln zu lernen. So kann es sein, dass der Klient über den aktuellen Anlass hinaus mit dem neu Gelernten einen neuen Weg entwickelt, in Zukunft leichter gute Lösungen für seine Probleme zu finden. 

Für Menschen mit einer passiven, „konsumierenden“ Grundhaltung ist Hypnotherapie ungeeignet, ebenso unter der Wirkung von Drogen oder bestimmten starken Medikamenten, sowie auch bei Psychosen.

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